Ist es sinnvoll, die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten anzustreben? Hat der Beruf überhaupt Zukunft?

In den Gesundheitsreports der Krankenkassen wird in den letzten Jahren wiederholt festgestellt, dass Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen stetig zunehmen und psychische Krankheiten (z.B. Depressionen) inzwischen zu den großen Volkskrankheiten gehören (u.a. WiDO-AOK 2003, DAK 2004, BKK 2004). 

Dazu heißt es z.B. im Deutschen Ärzteblatt vom 23. August 2005:

„BERLIN. Laut BKK Bundesverband stiegen die krankheitsbedingten Fehlzeiten im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum wieder an. ….. Der BKK Bundesverband erfasst mit 6,96 Millionen Sozialversicherungspflichtigen die gesundheitlichen Befunde jedes vierten Beschäftigten in Deutschland…. Die meisten Krankheitstage verursachten Muskel- und Skeletterkrankungen (27 Prozent), gefolgt von Atemwegserkrankungen (16 Prozent) und Verletzungen (15 Prozent). Mit acht Prozent der Krankheitstage stehen psychische Störungen bereits an vierter Stelle – bei Frauen mit elf Prozent sogar an dritter Stelle. /ddp“

Auch nach Einschätzung der niedergelassenen Psychotherapeuten nimmt die Nachfrage nach Psychotherapie zu bzw. bleibt auf hohem Niveau erhalten. 

Im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie gibt es nachgewiesenermaßen eine Unterversorgung, der bisher nur z.T. durch Sonderzulassungen begegnet wurde. Ein besorgniserregend hoher Anteil von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist psychisch auffällig bzw. krank. Circa 5 % der Kinder und Jugendlichen leiden unter behandlungsbedürftigen psychischen Störungen; 18 % gelten als psychisch auffällig. Dabei gibt es deutliche geschlechts-, alters- und schichtspezifische Unterschiede. Im GKV-Bereich ist es eine seit Jahren immer wieder belegte Tatsache, dass psychisch kranke Kinder bzw. ihre Eltern kein adäquates Psychotherapieangebot finden oder unzumutbare Wartezeiten in Kauf nehmen müssen.

Lassen Sie sich nicht beirren: wenn Sie einen Beruf mit Zukunft suchen, dann ist es der des Psychotherapeuten, auch und insbesondere bei Kindern und Jugendlichen!


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