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Neuer Therapieansatz gegen das Abmagern bei Krebs
Im Tierversuch lässt sich durch gezielte Blockade eines Rezeptors der krebsbedingte Muskelabbau verhindern und die Lebenszeit verlängern
Die meisten Patienten mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium leiden unter Auszehrung (Kachexie), einem starken Abbau der Muskelmasse. Durch Blockade eines Signalwegs ist es amerikanischen Forschern jetzt bei Mäusen erstmals gelungen, diesen Prozess nicht nur aufzuhalten, sondern sogar rückgängig zu machen. Die behandelten Tiere lebten deutlich länger, auch wenn die Krebserkrankung selbst unverändert blieb. Der Einsatz von Medikamenten, die eine Abmagerung verhindern, würde sowohl die Lebensqualität der Patienten als auch die Erfolgsaussichten einer Krebsbehandlung verbessern, schreiben die Mediziner im Fachblatt "Cell".
"Das ist der erste Beweis dafür, dass die Muskelmasse für die Lebensdauer von Krebspatienten eine Schlüsselrolle spielt", sagt H.Q. Han von Amgen Research im kalifornischen Thousand Oaks. Bisher glaubte man, dass die Kachexie auf dem Einfluss mehrerer verschiedener Faktoren beruht und daher nur schwer zu verhindern sei. Doch nun ergaben Experimente mit Mäusen, dass allein die Blockade eines Signal übertragenden Proteins, des Activin-Rezeptors ActRIIB, ausreicht, um den fortschreitenden Muskelabbau aufzuhalten. Dieser Rezeptor wird unter anderem von Activin aktiviert, einem Protein, das Krebspatienten vermehrt produzieren.
Die Forscher behandelten kachexiekranke Krebsmäuse mit einer gentechnisch hergestellten, löslichen Form des Rezeptors. Dadurch wurden Botenstoffe wie Activin und Myostatin, die normalerweise durch Bindung an den Rezeptor den ActRIIB-Signalweg auslösen, abgefangen. Die Therapie verlängerte die Überlebenszeit der Tiere um mehrere Wochen, obwohl die Tumoren nicht schrumpften. Dabei bildeten die Tiere verstärkt Muskelmasse und ihr Appetit nahm zu. Weitere Untersuchungen ergaben, dass diese Wirkung zwei Ursachen hatte: Zum einen wurde der Eiweißabbau gestoppt. Zum anderen verstärkte sich die Vermehrung der Muskelstammzellen - auch noch in solchen Muskeln, die bereits die Hälfte ihrer Masse verloren hatten. Diese Ergebnisse zeigen, so die Forscher, dass die Behandlung der Kachexie nicht nur die Lebensqualität von Krebspatienten verbessern, sondern auch ihre Lebensdauer verlängern könnte. Allerdings sei es noch ein weiter Weg von den Tierversuchen zu ersten klinischen Studien am Menschen.
Autor: Joachim Czichos
Quelle: © Wissenschaftaktuell
Wirkungsweise von Wunder-Antidepressivum auf die Spur gekommen
Amerikanische Forscher identifizieren zentralen Teil des Wirkmechanismus' von Ketamin und liefern damit einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung schnell wirkender Medikamente gegen Depressionen
Ein neues Antidepressivum könnte Betroffenen künftig extrem schnell und effektiv Erleichterung bringen: Ketamin ist ein vielversprechender Kandidat, um gegen Depressionen zu helfen. Im Gegensatz zu gängigen Antidepressiva entfaltet das Mittel seine Wirkung innerhalb weniger Stunden und nicht erst nach Wochen oder Monaten. Zudem schlägt es bei vielen Patienten an, bei denen die üblichen Therapien versagen. Allerdings kann es als Nebenwirkung unter anderem kurzfristige Symptome einer Psychose mit sich bringen und muss unter ärztlicher Aufsicht intravenös verabreicht werden. Wie amerikanische Forscher in "Science" berichten, konnten sie jetzt in Versuchen mit Ratten einen zentralen Teil des Wirkmechanismus' von Ketamin ausmachen. Ihre Entdeckung könnte die Entwicklung eines sicheren und leicht zu verabreichenden Medikaments gegen Depressionen auf der Basis dieses so genannten NMDA-Rezeptor-Antagonisten beschleunigen.
"Es ist wie ein magisches Medikament - eine Dosis kann rasch wirken und für sieben bis zehn Tage anhalten", erläutert Ronald Duman, Professor für Psychatrie und Pharmakologie an der Yale University in New Haven und Leiter der Studie. Der dem Effekt zugrunde liegende Mechanismus ist allerdings weit komplexer als eine einfache Blockade des NMDA-Rezeptors durch den Wirkstoff und war bislang nicht identifiziert. Daher hatten Duman und seine Kollegen an Ratten eine Reihe von Experimenten durchgeführt, um die zellulären Signalwege zu untersuchen, über welche Ketamin seine antidepressive Wirkung entfalten könnte.
So stellten sie fest, dass Ketamin auf einem Signalweg agiert, der rasch neue synaptische Verbindungen zwischen Nervenzellen bildet. Bei den Nagern verbesserte sich nach kurzer Zeit nicht nur Depressionen ähnelndes Verhalten, sondern es wurden tatsächlich auch durch chronischen Stress geschädigte Verbindungen zwischen Hirnzellen wieder hergestellt. Den Forschern gelang es zudem, einen entscheidenden Punkt in diesem Signalweg auszumachen: ein Enzym namens mTOR, das die Synthese von Eiweißen kontrolliert, die für neue synaptische Verbindungen benötigt werden. "Der Signalweg ist die Story", erklärt George Aghajanian, einer der beteiligten Forscher. "Die dem antidepressiven Effekt von Ketamin zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen, wird es uns erlauben, das Problem an einer Vielzahl möglicher Stellen innerhalb dieses Signalweges anzugehen."
Traditionell wird Ketamin als Arzneistoff gegen Schmerzen und zur Anästhesie eingesetzt. Vor einigen Jahren bemerkten Forscher aber auch einen antidepressiven Effekt des Wirkstoffs, wenn er in geringeren Dosen verabreicht wird. Antidepressiva wirken meist erst nach Wochen oder Monaten. Etwa 40 Prozent von Depressionen Betroffener sprechen nicht auf gängige Medikamente an und für viele andere findet sich erst nach Monaten oder sogar Jahren verschiedenster Behandlungen eine, die auch tatsächlich Wirkung zeigt. Nicht zuletzt aufgrund der schnellen Wirkung stellt Ketamin eine vielversprechende Alternative dar. Noch fehlt es aber an einer sichereren Darreichungsform, denn der Wirkstoff ist mit Vorsicht zu genießen, kann schwere Nebenwirkungen mit sich bringen und wird mitunter auch als Droge missbraucht.
Autor: Cornelia Dick-Pfaff Quelle: (c) Wissenschaft aktuell
Facharzt - Aktuelle Meldungen
Nadolny will die KV Bremen führen
Ein Psychotherapeut als KV-Chef – nach Meinung von Dr. Hans Nadolny ist die Zeit dafür reif: Er stellt sich am 14. September der Vorstandswahl in der Hansestadt. „Sollte ich wirklich den Posten erhalten, werde ich versuchen, ausgleichend zwischen Haus- und Fachärzten tätig sein“, erklärte Nadolny im Gespräch mit dem änd.
Nadolny trifft bei der Wahl auf Rüggeberg, Herrmann und Büge.
Gerade die Streitereien um die Selektivverträge hätten viel Unruhe in die Ärzteschaft Bremens gebracht. Dabei sei gerade in der derzeitigen berufspolitischen Lage ein gemeinsames Handeln nötig. „Ich sehe bei den Themen Bedarfsplanung, Regionalisierung der KV-Strukturen und der Öffnung der Kliniken für die ambulante Versorgung viel Arbeit“, betonte der Psychotherapeut.
Die derzeitige Gesundheitspolitik unter Gesundheitsminister Rösler lasse zwar vorsichtig hoffen, dass sich bestimmte Rahmenbedingungen verbesserten.
„Es kann aber nicht sein, dass wir bei den Honoraren schon wieder ein Nullsummenspiel haben, während in anderen Bereichen von einer wieder anziehenden Konjunktur und positiven Effekten gesprochen wird“, gibt der stellvertretende Bundesvorsitzende der Deutschen PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) zu bedenken.
Dass sich Rösler für die Kostenerstattung einsetze, sei zwar grundsätzlich zu begrüßen. „Ich finde es aber auch gut, dass die Sache vorsichtig angegangen wird. Die Ärzte müssen auch erst einmal Erfahrungen mit den Nachteilen dieses Systems machen - mit zahlungsunwilligen Patienten beispielsweise. In diesem Punkt hat das Sachleistungssystem natürlich Vorteile.“
Sollte Nadolny die Wahl für sich entscheiden, steht er für drei Jahre an der Spitze der KV. Zuvor müsste er sich jedoch gegen drei weitere Mitbewerber durchsetzen, die zum Teil ebenfalls viel Erfahrung in der Berufspolitik haben – allen voran der Chirurg und ehemalige GFB-Chef Dr. Jörg-Andreas Rüggeberg. Auch der Dermatologe und stellvertretende Vorsitzende der Vertreterversammlung (VV), Dr. Jörg Herrmann, bewirbt sich um das Amt. Als vierte Kandidatin wird die Neurologin Franziska Büge ins Rennen gehen.
Di, 17.08.2010 10:18 / js
Vorstand DPtV LG-Bremen
Dipl.-Psych. Helmut Hendrys
Kassenausgaben für Krankengeld drastisch gestiegen:
...Wartezeiten schuld?
Könnte es vielleicht auch sein, dass sich wegen längerer Wartezeiten auf Untersuchungstermine (z.B MRT 6 Wo, Neurologie bis zu 3 Mon. etc.) die Behandlungszeiten bis zur sicheren Diagnosestellung und gezielten Therapie als Folge der "Reformen" drastisch verlängert haben mit obiger Folge?
Netzwerk soll Versorgung von Demenz-Patienten verbessern Das Saarland will bei Alterskrankheiten wie Demenz die Versorgung der Patienten wie auch die Unterstützung der Angehörigen verbessern.
Angesichts des demografischen Wandels stellten altersbedingte Krankheiten wie Demenz "eine besondere Herausforderung für die Zukunft dar", sagte Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) bei der Vorstellung des Netzwerks "ReCognizeSaar -- die Gedächtnisregion"
Degeneration der Motoneuronen durch häufige Hirntraumata? "Gehäufte Schläge im Subcommotions-Bereich führen auf Dauer zum Verhämmerungs-KO", hieß es schon vor mehreren Jahrzehnten in einem Buch über Neurotraumatologie. Nach aktuellen Untersuchungen können häufige Hirntraumata beim Sport sogar zu Veränderungen führen, die denen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Amyotrophen Lateralsklerose ähneln.
"FAZ?: Reformentwurf sieht Honorarsteigerung von 1,2 Milliarden Euro vor Die Honorare für Kassenärzte sollen im kommenden Jahr trotz der im Gesundheitsreform-Entwurf vorgesehenen Sparmaßnahmen insgesamt um 1,2 Milliarden Euro steigen. Darauf hätten sich die Gesundheitspolitiker der schwarz-gelben Koalition in ihren Gesprächen zum Reformentwurf geeinigt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung? (FAZ). Allerdings sei die Summe nicht fixiert worden
KVB-Vorstand Schmidt zu Praxisschließungen: Patienten werden nicht allein gelassen Die KV Bayerns bereitet sich schon auf die vom Hausärzteverband (BHÄV) angekündigten Praxisschließungen am 26. und 27.
August vor: "Wir Vertragsärzte sind dazu verpflichtet, unsere Patienten zu keinem Zeitpunkt allein zu lassen.", mahnt KV-Vorstand Dr. Gabriel Schmidt
KBV-Befragung: Ärzte in Deutschland genießen großes Vertrauen Patienten in Deutschland haben großes Vertrauen in ihre Ärzte und schätzen diese als kompetent ein. Das ist ein weiteres Ergebnis der jüngsten Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) (wir berichteten). Danach schnitten die niedergelassenen Mediziner in Schleswig-Holstein im Ländervergleich am besten ab, Schlusslicht sind die Ärzte in Berlin.
Rösler: Ärztenachwuchs sollte Landpraxen besser kennen Medizinstudenten in Deutschland sollten nach Auffassung von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) die Arbeit von Hausärzten viel umfassender als bisher kennen lernen. "Das müsste beim praktischen Jahr, aber auch schon im Studium eine viel größere Rolle spielen", sagte Rösler am Mittwoch nach dem Besuch einer Landarztpraxis im vorpommerschen Loitz.
Stiftung Warentest: Die meisten Kassen beraten "befriedigend? Gesetzlich Versicherte in Deutschland sind mit dem Service und der Beratung ihrer Krankenkasse im Großen und Ganzen zufrieden. Das ist das Ergebnis des jüngsten Kassen-Servicetests der Stiftung Warentest. Dabei schnitten 19 von 21 getesteten Kassen mit der Gesamtnote "Befriedigend? ab, zwei -- die Techniker Krankenkasse (TK) und die AOK Plus -- erhielten ein "Gut?.
Krankenkassen sollen Säumniszuschlag bis 225 Euro erheben können Gesetzliche Krankenkassen sollen in Zukunft Säumniszuschläge von mindestens 30 Euro bis zur Höchstsumme von drei Zusatzbeiträgen erheben können, wenn ihre Mitglieder den geforderten Zusatzbeitrag nicht zahlen.
Bei "Gutverdienern" kann der Säumniszuschlag auf bis zu 225 Euro klettern, erfuhr die "Rheinische Post" (Mittwochausgabe) aus Verhandlungskreisen der Gesundheitsreform.
Koalition schränkt "Zusatzgeschäft" der Krankenkassen ein Union und FDP wollen nach Informationen der "Financial Times Deutschland" (Mittwochausgabe) die Zusatzangebote und Wahltarife gesetzlicher Krankenkassen für gutverdienende Mitglieder einschränken.
Künftig sollen Wahltarife, die gesetzlichen Versicherten zum Beispiel bei Krankenhausaufenthalten Chefarztbehandlungen oder die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer anbieten, nicht mehr erlaubt sein, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Koalitionskreise vorab.
zitiert aus www.facharzt.de
Augen lügen nicht...
Mit Hilfe einer Technologie, die auf der Erfassung von Blickbewegungen basiert, wollen Forscher den Lügen-Detektor aufs Altenteil schicken.
Augen verraten mehr über das, was im Innern eines Menschen vor sich geht, als Hautreaktionen wie Schwitzen, Erröten oder Erblassen. Doch bisher waren Blickbewegungen nicht mit hoher Zuverlässigkeit messbar gewesen, zumindest nicht, wenn es um Lüge und Wahrheit geht. Jetzt hat ein amerikanisches Forscherteam ein Instrument entwickelt, das anhand der Blickbewegungen die kognitive Reaktion misst. Der Grundgedanke dabei ist, dass Lügen für das Gehirn aufwändiger ist, als bei der Wahrheit zu bleiben.
"Wir haben gute Resultate aus unseren Experimenten gewonnen", erklärt John Kircher von der University of Utah. "Sie sind so gut wie oder sogar noch besser als die mit dem Lügendetektor - und das, obwohl wir mit dieser innovativen Methode erst am Anfang stehen." Frühere Forschungen hatten schon gezeigt, dass Lügen für das Gehirn anstrengender ist als die Wahrheit zu sagen. Darum sucht das Forscherteam um John Kircher, Douglas Hacker und David Raskin von der University of Utah nach Anzeichen hierfür. Zum Beispiel hat eine Person, die gerade lügt, oft geweitete Pupillen. Oder sie braucht länger, um einen Text zu lesen oder auf eine einfache Frage zu antworten. Allerdings spielt sich diese längere Zeitdauer im Millisekunden-Bereich ab und erfordert sehr feine Messinstrumente. Darum konnten die Blickbewegungen erst jetzt als mögliche Alternative zum Lügendetektor ins Spiel kommen.
Abgesehen von den technischen Leistungen hat die neue an Blickbewegungen orientierte Technologie aber auch sonst noch Vorteile gegenüber dem Lügendetektor: Die neue Technologie kostet weniger, benötigt für den Test nur ein Fünftel der Zeit, die ein Lügendetektor braucht und muss nicht an der getesteten Person angebracht werden.
Autor: Doris Marszk
Quelle: (c) Wissenschaft aktuel
„Wer zieht wirksame Konsequenzen aus den steigenden Erkrankungs- und Fehltagen?“
...fragt die Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) in einer jetzt herausgegebenen Presseerklärung. Allen veröffentlichten Krankenkassenreporten der jüngsten Zeit sei eins gemein: Die Feststellung, dass psychische Erkrankungen überproportional zunehmen. Doch gleichgültig was die Studien, etwa die jüngst erschienene Langzeitanalyse der DAK oder der neue Fehlzeitenreport 2010 des wissenschaftlichen Institutes der AOK
(WIdO) zum Anstieg psychischer Erkrankungen belegten, wirksame Konsequenzen würden, so der Psychotherapeutenverband, daraus nicht gezogen.
Rechtzeitige Psychodiagnostik und antragsfreie Behandlungsmöglichkeiten zur Krisenintervention und Akutversorgung könnten die Chronifizierung psychischer Erkrankungen und damit auch lange Fehlzeiten verhindern. „An diesen Maßnahmen scheinen die Krankenkassen jedoch aus Kostengründen nicht interessiert zu sein“, bemängelt der Bundesvorsitzende der DPtV, Dipl.-Psych. Dieter Best. Sie würden nach wie vor nicht kostendeckend vergütet. Auch bei der Förderung psychotherapeutischer Sprechzeiten an Samstag zeigten sich die Krankenkassen nicht einsichtig. So seien Honorarzuschläge für Samstagsprechstunden für jede andere Arztgruppen vorgesehen, um lange Wartezeiten und behandlungsbedingte Fehlzeiten durch Abwesenheiten am Arbeitsplatz zu vermeiden. Für Psychologische Psychotherapeuten gibt es die Förderung von Sprechzeiten am Samstag jedoch nicht. Best fordert daher deutliche Verbesserungen der Arbeitsmöglichkeiten der Psychotherapeuten. „Diese kämen direkt unseren Patienten zu Gute“, betont der Verbandsvorsitzende.
Mehr zur Pressemeldung und zu den weiteren Forderungen der DPtV finden Sie unter www.dptv.de
Die Sagrotan-Flasche endlich stehen lassen...
- Massive Reizkonfrontation bringt Erfolg bei Zwangserkrankungen.
Die direkte Konfrontation des Patienten mit der für ihn schwierigsten Situation erweist sich als die beste Methode in der Therapie von Zwangserkrankungen. Dies ist das Fazit des Buches Putzen bis der Arzt kommt, das sich an Therapeuten wie Patienten wendet. Anstatt mit leichten Reizkonfrontationen zu beginnen und diese dann zu steigern, sollte sogleich mit dem größten Reiz begonnen werden, indem z.B. eine Patientin mit Waschzwang aufgefordert wird, in einen Hundekothaufen zu treten.
Die Autoren Julia Schenk und Peter Neudeck haben herausgefunden, dass die zunehmende Reizsteigerung in der Praxis eine weitaus größere Belastung darstellt als die direkte Konfrontation mit der schwierigsten Situation. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass nach der erfolgreichen Reaktionsverhinderung in dieser Situation alle anderen Situationen weitaus leichter zu bewältigen sind.
In Kombination mit Kognitiven Interventionen in intensiven therapeutischen Gesprächen, in denen die zwanghaften Denkmuster aufgebrochen werden, hat sich die Methode als sehr erfolgreich bewiesen. Die Autoren lassen dazu eine Patientin in einem ausführlichen Selbsterfahrungsbericht und einem Interview selbst zu Wort kommen. „Durch die Therapie habe ich gelernt, mein eigener Therapeut zu sein.“ Lena M., Julia Schenk, Peter Neudeck:
Putzen bis der Arzt kommt ... wie ich es geschafft habe, den Zwang zu besiegen
2010, 108 Seiten, ISBN 978-3-89967-619-8, Pabst (Lengerich/Berlin)
Der Deutsche Ärztetag hatte sich mehrfach eindeutig gegen die Online-Stammdatenaktualisierung ausgesprochen -- es scheint aber in der Politik keinen Menschen zu interessieren: Die Fraktionen der CDU/CSU und FDP haben die erforderliche Gesetzesänderung fertig ausgearbeitet. Der entsprechende Änderungsantrag zum "Gesetz zur Änderung krankenversicherungsrechtlicher und anderer Vorschriften" liegt dem änd nun vor.
Zu den im Koalitionsvertrag verankerten Änderungen bei den Medizinischen Versorgungszentren -- sie sollen eigentlich nur noch von Ärzten geführt werden dürfen -- findet sich in den Anträgen nichts.
Protest in Hessen: Hausärzte aus der KV Vertreterversammlung geschlossen ausgezogen Eklat auf der Vertreterversammlung der KV Hessen: Aus Protest gegen die Honorartrennung von Haus- und Fachärzten ab dem 3. Quartal 2010 haben die Vertreter der hessischen Hausärzte gestern auf Initiative des Hausärzteverbandes Hessen zusammen mit den Kinderärzten die Versammlung geschlossen vor jedweder Beschlussfassung verlassen
Baumgärtner: Die "irre Honorarpolitik" der KBV muss ein Ende haben Für den Vorsitzenden des Ärzteverbundes MEDI, Dr. Werner Baumgärtner, muss die anstehende KV-Wahl im Südwesten zu einem wichtigen Wendepunkt in der ärztlichen Berufspolitik werden: "Es muss Schluss sein mit der dauernden Umverteilung! Wir brauchen auch nicht jedes halbe Jahr einen neuen EBM oder gravierende Veränderungen."
AOK-Chef Reichelt: Ärzte müssen Vergütungsniveau für ein Jahr halten Mit einem einjährigen Verzicht auf Honorarsteigerungen sollen Ärzte und Krankenhäuser nach Meinung von Dr. Herbert Reichelt, dem Vorstandsvorsitzenden des AOK-Bundesverbandes, einen wichtigen Beitrag leisten "zum Gleichgewicht von Ausgaben und Einnahmen der gesetzlichen Krankenversicherung in 2011".
zitiert aus www.facharzt.de
Nervenärzte in Nordrhein registrieren 20 Prozent Honorarverlust Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte in Nordrhein (BVDN) sieht die Patientenversorgung aufgrund der derzeitigen Honorarsituation massiv
gefährdet: "Das Ergebnis der erneuten Reform der Reform der Honorare ist für die Fachärzte in Nordrhein niederschmetternd", beklagten die Delegierten der Mitgliederversammlung gestern in einer entsprechenden Resolution.
NAV-Virchow-Bund: Union und FDP setzten sich leichtfertig über Beschlüsse des Ärztetages hinweg Der NAV-Virchow-Bund hat in einer aktuellen Stellungnahme seine Ablehnung jeglicher Pläne der Regierungsfraktionen bekräftigt, die Arztpraxen durch einen Änderungsantrag zum GKV-Änderungsgesetz zum internetbasierten Abgleich der Versichertenstammdaten zu verpflichten.
BKK warnt Rösler: Bei Pleite-Kassen gibt es einen "Dominoeffekt"
Immer mehr Krankenkassen schlagen wegen der zunehmenden Finanznöte wegen Alarm. Einen Tag vor der Regierungsklausur der Gesundheitsexperten zu Stabilisierungsmaßnahmen warnte der Bundesverband der Betriebskrankenkassen vor einem "Dominoeffekt": Krankenkassen, die für angeschlagene Partner einstünden, "drohen selbst finanziell geschwächt zu werden".
Hausärzteverband Hessen will sich gegen Kodierrichtlinien wehren Der Hausärzteverband in Hessen hat sich gegen die ab 2011 geplanten neuen Kodierrichtlinien ausgesprochen. "Wir müssen uns gegen diese bürokratische Zumutung massiv wehren", schreibt der Verband in einer Einladung zum 8. Hessischen Hausärztetag am kommenden Samstag.
CSU erklärt endgültiges Aus für Gesundheitsprämie Kurz vor der Gesundheitsklausur der schwarz-gelben Koalition hat CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt dem FDP-Modell einer einkommensunabhängigen Gesundheitsprämie eine endgültige Absage erteilt. "Das Prämienmodell ist nicht mehr Gegenstand der Diskussion in der Koalition", sagte Dobrindt der "Rheinischen Post". Die Fachpolitiker von Union und FDP wollen am Freitag und Samstag bei ihrer Klausurtagung Lösungen suchen, wie das deutsche Gesundheitssystem krisenfest für die Zukunft gemacht werden kann, berichtet dpa.
Gesetz zum Stammdatenabgleich: Lotter verweigert Zustimmung Der FDP-Bundestagsabgeordnete Dr. Erwin Lotter will der Gesetzesänderung zum Online-Stammdatenabgleich seine Zustimmung verweigern. Dies kündigt Lotter heute auf seiner Internetseite an. "Der Datenschutz ist ein urliberales Anliegen und sollte deshalb Richtschnur unseres Handelns bleiben."
Großes Protest-Bündnis appelliert an Rösler: Stoppen Sie die eGK Ein breites Bündnis aus Ärzte- und Zahnärzteverbänden wehrt sich gegen die Pläne der Regierung zur elektronischen Gesundheitskarte. In einem Offenen Brief fordern sie Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler auf, die geplante Gesetzesregelung zur verpflichtenden Online Anbindung aller
Arzt- und Zahnarztpraxen umgehend zu stoppen.
Patienten wollen stärker einbezogen werden Die Deutschen fühlen sich im deutschen Gesundheitssystem grundsätzlich gut aufgehoben. So gaben 95 Prozent der Patienten an, mit ihrem Arzt unter dem Strich zufrieden zu sein, wie der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Norbert Klusen, bei der Vorstellung einer repräsentativen Studie zur Patientenzufriedenheit am Mittwoch in Berlin sagte.
zitiert aus www.facharzt.de
Tumortherapie: Immunzellen transportieren Wirkstoffe in Nanotaschen
Immunzellen können Tumorzellen besser bekämpfen, wenn sie Medikamente in Form von Nanopartikeln mit sich tragen.Bei einer Form der Immuntherapie werden Immunzellen des Krebspatienten im Labor verändert und dann wieder injiziert, damit sie Tumorzellen bekämpfen. Amerikanischen Forschern ist es jetzt im Tierversuch gelungen, die Effizienz dieser Technik deutlich zu verbessern. Sie statteten die Immunzellen mit einem Vorrat an Wirkstoffen aus, die in winzigen, außen an der Zelle befestigten Membrantaschen eingeschlossen waren. Im Tumor angekommen, wurden die Wirkstoffe ganz allmählich freigesetzt und beschleunigten die Vermehrung der Immunzellen, so dass diese die Krebszellen effektiver zerstören konnten. Dasselbe Prinzip könnte auch eingesetzt werden, um nach einer Knochenmarkstransplantation das Wachstum gesunder Blut bildender Zellen zu beschleunigen, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Nature Medicine".
Die Immunzelltherapie sollte für alle Patienten geeignet sein und zu einer Heilung beitragen, statt den Krankheitsverlauf nur zu verzögern, sagt Darrell Irvine vom Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. Bei dieser Form der Krebstherapie werden dem Patienten T-Lymphozyten entnommen und im Labor so verändert, dass sie Strukturen der Krebszellen erkennen. Zusammen mit diesen Immunzellen injiziert man dann Interleukine oder andere Wirkstoffe, die für eine ausreichende Vermehrung der scharf gemachten T-Lymphozyten sorgen. Wegen starker Nebenwirkungen dürfen aber nur geringe Dosen solcher Hilfsmedikamente verabreicht werden. Um die Effektivität der wachstumsfördernden Mittel zu erhöhen, erzeugten Irvine und seine Kollegen Molekültaschen in einer Größe von weniger als einem tausendstel Millimeter.
Diese aus Membranen gebildeten Hüllen enthielten Moleküle der Botenstoffe Interleukin-15 und Interleukin-21. Pro Zelle hefteten die Forscher etwa hundert solcher Nanopartikel über chemische Bindungen an die Oberfläche von aktivierten T-Lymphozyten. Dann behandelten sie damit Mäuse mit Lungen- und Knochentumoren. An ihrem Zielort angekommen, setzten die Immunzellen über einen Zeitraum von einer Woche die Interleukine frei. Das stimulierte ihre Vermehrung, so dass sie mehr Tumorzellen zerstören konnten. Nach 16 Tagen waren alle Tumoren verschwunden. Sämtliche Mäuse waren nach 100 Tagen noch am Leben. Unbehandelte Mäuse starben nach 25 Tagen, die mit Immunzellen ohne Nanopartikel behandelten Tiere überlebten rund 75 Tage.
Die Nanotaschen könnten auch dazu dienen, Krebsmedikamente gezielt in Tumoren einzuschleusen, wodurch sich die Nebenwirkungen bei einer Chemotherapie verringern ließen, sagt Irvine. Eine weitere Anwendung bestünde darin, die Nanopartikel an Knochenmarkszellen anzuheften, die zur Behandlung von Leukämiepatienten transplantiert werden. Das beschleunigt den Aufbau eines neuen Immunsystems und verkürzt die Zeit, in der die Patienten sehr anfällig für lebensbedrohliche Infektionen sind. Erste Experimente mit Mäusen bestätigten den Erfolg dieser Methode. Die Forscher hoffen, ihre Nanopartikel für die Immuntherapie bei Krebspatienten erstmals in zwei bis drei Jahren einsetzen zu können.
Autor: Joachim Czichos
Quelle: © Wissenschaft aktuell




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